Bericht von der Versammlung am 22.09. in der Schützenhalle Holweide

Immer wieder auf die Schließung zu verweisen, durch die das Personal entlastet würde, ist eine Sackgasse!

10% mehr Personal in allen Berufsgruppen!

Deserteure„Das ist ein Alarmsignal“, sagte Eva Gürster in der Einleitung zu der Versammlung, zu der der Einladerkreis für die Aktionen für den Erhalt unserer Krankenhäuser am Abend des 22. Septembers in der Holweider Schützenhalle zusammen kam. Sie bezog sich auf die Schließung des Kreißsaals und der Geburtshilfe im Evangelischen Krankenhaus Köln-Kalk. „Es zeigt, wohin Bettenstreichungen, Schließungen von Abteilungen und ganzen Krankenhäusern führen! Die Frauen sollen sich jetzt in den umliegenden Kliniken umsehen, wo sie entbinden können. Die Zahl der Geburten hat in der Holweider Geburtsklinik schon stark zugenommen. Ohne dass in Holweide - oder in den anderen umliegenden Geburtskliniken - ein Kreißsaal mehr gebaut oder mehr Stellen zusätzlich geschaffen worden wären, sollen die Schwestern und Ärzte das jetzt stemmen“. Das zeigt, worum es geht! Wenn Holweide selber geschlossen würden, hieße dass, dass auf die Beschäftigten in Merheim extrem viel Arbeit zukommt. Noch ist es nicht zu spät! „Noch kann diese Entwicklung gestoppt werden!“    Die Stimmung an den Ständen war vor allen drei städtischen Kliniken gut. Einer der Teilnehmer berichtete von dem Infostand vor dem Krankenhaus Merheim:  „Die angesprochenen Beschäftigten des Krankenhauses sind viel offener für unsere Forderungen“. „Aber die Klinikleitung scheint in Panik vor uns zu sein. Sie haben zwei Mal versucht, den Stand abzuräumen“, meinte eine andere Teilnehmerin, „obwohl die Stände bei der Polizei angemeldet worden waren“. „Es ist unglaublich, dass dann Vertreter der Geschäftsleitung ankommen und sagen: Das gilt nicht!“, meinte ein Kollege.


Zustimmung zum DGB-Aktionstag

Natürlich sprachen die Leute an den Infoständen auch über die aktuelle politische Situation. Der Einladerkreis hatte schon bei der letzten Versammlung vor den Sommerferien dazu aufgerufen, sich an dem bundesweiten DGB-Aktionstag am 26. September zu beteiligen. „Die Flugblätter für die DGB-Kundgebung“, so ein anderer Kollege, „sind gut weggegangen“. Allerdings berichteten mehrere Gewerkschaftskolleginnen und Kollegen in der Versammlung, dass die DGB-Vorsitzende Fahimi deshalb in Essen sprechen würde, weil sie sich an Ministerpräsidenten Wüst wenden wollte. Sie würde darauf hoffen, dass Wüst die Vorschläge des DGB für Sozialreformen gegenüber Merz unterstützt. DeserteureAber die Stimmung bei der Bevölkerung ist anders. Hier vor Ort hat niemand mehr einen Funken Hoffnung in Merz oder auf Verhandlungen mit ihm. Das wurde auch bei einem Infostand am Holweider Markt offenkundig. Dort trifft man kaum eine Anwohnerin oder einen Anwohner, der nicht schon gegen die Schließung des Krankenhauses unterschrieben hätte. „Warum sammeln Sie hier denn noch Unterschriften für’s Krankenhaus“, stellte eine Marktbesucherin die Frage, „die ganze Regierung muss eigentlich weg!“ Dazu passten dann auch die Zahlen, die die ver.di-Betriebsrätin Susanne Quast in der Versammlung vorstellte: „Dem Uniklinikum Aachen fehlen 80 Millionen, dem Krankenhaus Dortmund 9 Millionen. 7 Notaufnahmen zwischen Düsseldorf und Köln wurden in letzter Zeit geschlossen. Das alles als Ergebnis der Bundespolitik!“   DeserteureZu der Empörung über die Vernachlässigung der Krankenhausversorgung kommen die Befürchtungen angesichts von Aufrüstung und Krieg. Im Krankenhaus Merheim beschweren sich Beschäftigte, dass überhaupt nicht darüber diskutiert wird, was die Umbaupläne zur Errichtung einer zweigeschossigen unterirdischen Kriegsklinik für 600 Intensivpatienten bedeuten. „Die Geschäftsführung hat das einfach so rausposaunt. Nirgendwo war vorher darüber gesprochen worden, was das für uns heißt!“ Viele Beschäftigte ringen mit sich, wie sie sowohl die Patienten gut versorgen als auch sich selbst vor dem immer größer werdenden Druck schützen können: „Wir wissen“, sagten einige in der Amsterdamer Straße, „wie die Eltern hier an dem Krankenhaus hängen. Es ist wirklich ein Problem, dass hier ein eigenständiges Kinderkrankenhaus geschlossen werden soll, in dem es eine große Zahl von Kinderärzten und Fachpflegekräften gibt. Die wird es in Merheim wahrscheinlich nicht mehr geben. Aber wenn hier ein Kind in einen anderen Standort verlegt werden muss, dann muss es von einer Schwester begleitet werden und die fehlt dann auf der Station, weil wir so wenig Personal haben! Eine Zusammenlegung wäre eine Verbesserung, weil die dann nicht den ganzen Tag weg ist … aber wenn Sie fordern, dass wir mehr Stellen und Personal bekommen, dann haben Sie hier alle hinter sich!“


Am 12.11. zum Rat!

Egal wo man hingeht, überall ist die Meinung einhellig die: Wir haben zu wenig Personal. Das betrifft nicht allein nur die Pflege sondern in allen Berufsgruppen. Wenn man sich dann noch vorstellt, dass durch die Schließung weitere 381 Stellen abgebaut werden sollen (nach den offiziellen Zahlen von 2023) ist klar, was auf alle zukommt. Wir brauchen eine radikale Wende. Das kann nicht so weitergehen. „Warum gehen wir nicht mit der Forderung, dass es 10% mehr Personal in allen Berufsgruppen geben muss, zum Rathaus“, war dann die Frage, die in der Versammlung diskutiert wurde. „Das kann ich nur zu 100% unterstützen“, sagte ein ver.di Kollege und Betriebsrat bei der Stadt! Dieser Vorschlag wurde sowohl von den Teilnehmern aus dem Stadtteil als auch von den anwesenden Kolleginnen und Kollegen aus dem Krankenhaus aufgegriffen. Das wird also unsere Forderung sein, mit der wir am 12.11. zum Rathaus gehen. Denn an diesem Tag soll über neue, rücksichtslose Kürzungen in der ganzen Stadt beschlossen werden!


Nein, wir brauchen eine Umkehr! Statt der Schließung und den immer neuen Kürzungen brauchen wir 10% mehr Personal in allen Berufsgruppen!

Der Einladerkreis lädt zur nächsten Versammlung am 10.11. um 19 Uhr in die Schützenhalle Holweide, Maria-Himmelfahrt-Straße 10, ein.

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