"Immer klarer wird, was mit der Schließung auf uns zukommt!" - Bericht von der Versammlung am 16.12. in der Schützenhalle Holweide

Erfahrungen und Berichte von den Infoständen wurden zusammengetragen

„Wir kriegen alles, was wir brauchen… wenn wir erst einmal in Merheim sind“. Diesen Satz bekommen Beschäftigte im Kinderkrankenhaus in der Amsterdamer Straße immer wieder zu hören. Das berichteten die Teilnehmer vom letzten Infostand vor der Amsterdamer Straße am 9. Dezember. Auf der anderen Seite sage man den Kolleginnen und Kollegen aber auch: „Ach, der Umzug, das ist doch erst in zehn Jahren. Solange dauert es noch bis in Merheim das neue Gebäude für die Kinderklinik steht“. 

Mit dem Versprechen, dass „in Merheim“ alles besser wird, sollen sie noch auf Jahre hinaus auf nicht renovierten Stationen arbeiten. Obwohl eine Renovierung des Bestands auch möglich ist, wie sich auf den zwei neuen Stationen in der Kinderklinik zeigt.  

Notwendige spezielle medizinische Leistungen für Kinder und Jugendliche soll es erst „in der neuen Kinderklinik in Merheim“ geben. Solange sollen schwerstverletzte Kinder weiter aus der Kinderklinik für OPs nach Merheim mit dem Rettungswagen gefahren werden, obwohl eigentlich diese spezielle Kinderchirurgie schon lange in der Amsterdamer Straße hätte eingerichtet werden müssen.

Für die Geschäftsführung ist das „Aufschieben“ offensichtlich zu einer bequemen Methode geworden, auf Anliegen der Beschäftigten und Bevölkerung zu reagieren. 

Auf der Versammlung berichteten andere Teilnehmer auch, dass für die Beschäftigten die Unterbesetzung des Servicebereichs und die Übertragung von Serviceaufgaben auf das Pflegepersonal ein Problem wäre. In Holweide ist die Zahl der Beschäftigten im Service auf fast ein Drittel der gekürzt worden. Auf vielen Stationen gibt es in der Spätschicht bereits keinen Service mehr. Die Pflegekräfte lehnen es ab, Servicearbeiten statt ihrer eigentlichen fachlichen Aufgaben zu machen! Das schreckt auch viele ab, bei den Kliniken Köln zu arbeiten.

Der Mangel an Pflegepersonal war eines der Hauptargumente für die Ratsentscheidung zur Schließung von Holweide und der Amsterdamer Straße. Durch die Schließung sollte das Pflegepersonal entlastet werden. Jetzt zeigt sich: Im Vorfeld der Schließung steigt die Belastung. Wenn die Geschäftsführung den Mangel an Pflegekräften wirklich ernst meinen würde, würde sie mit zusätzlichen Einstellungen den Servicebereich verstärken und damit die Pflege entlasten.

Seit dem Schließungsbeschluss im Juni 2023 ist von Seiten der Geschäftsführung und den Verfechtern im Rat Heuchelei im Spiel. Das haben wir auch noch an einem anderem Punkt diskutiert. Eine Kollegin sagte nämlich zu Recht: „Man sagt uns jetzt, dass die Kinderklinik Amsterdamer Straße geschlossen und in Merheim für sie ein neuer Bau errichtet wird. Das wäre ein große Verbesserung. Aber soll nicht dort auch diese Pop-Up-Station, eine Kriegsklinik, gemacht werden soll? Ein Kinderkrankenhaus genau da? Ich weiß gar nicht, wie ich das nennen soll? Unmoralisch …?“ Das gab den Versammlungsteilnehmern zu denken und sie bekam dafür viel Unterstützung.

Im Jahr 2023 wurde übrigens von der Geschäftsführung und der Kölner Stadtkämmerin Diemert ein Weiterbetrieb aller drei Krankenhäuser der Stadt Köln (das sog. „3+0“-Modell) abgelehnt. Das sei zu teuer. Man müsste Holweide und die Amsterdamer Straße schließen und alles auf dem „Campus“ Merheim konzentrieren (das sog. „1+0“-Modell). Das sei billiger. Jetzt kommt raus, dass der „Campus“ Merheim durch eine Pop-Up-Station für verwundete Soldaten und durch den Umbau des gesamten Krankenhauses Merheim zu einer „kriegstüchtigen“ Klinik immer teurer wird! Das stört die so sehr auf Sparsamkeit bedachten Verfechter der Schließung heute gar nicht mehr. Jetzt sei es gar kein Problem mehr, die Millionen dafür aufzutreiben

Resümee: Im Zusammenhang mit der Schließung wurde behauptet: „das ist billiger“, „das wird eine Verbesserung für das Pflegepersonal“, „das verbessert die Versorgung der Kinder“. 

Aber nun wird klarer, was tatsächlich dabei herauskommen wird.

Beim Infostand am 11. Dezember in Dellbrück haben 127 Bürger den Dringenden Antrag unterschrieben. 

Der Auftrag der Bevölkerung an den Rat der Stadt Köln ist eindeutig: Die Krankenhäuser müssen bleiben!

Am Ende der Versammlung wurde geplant, dass für den 5. Februar eine Kundgebung vor dem Kölner Rathaus vorbereitet wird: für die Forderungen nach Rücknahme des Schließungsbeschlusses, damit auch für den Stopp des Ausbaus von Merheim zu einer Kriegsklinik sowie die Sanierung der drei städtischen Kliniken!

Damit soll die Einbringung des "Dringenden Antrags" in den Stadtrat unterstützt werden.

Die nächste Versammlung in Holweide ist am 

20.01. um 19 Uhr in der Schützenhalle Holweide
Maria-Himmelfahrt-Straße 10

Vorher finden noch weitere Termine statt:

am 13.01. von 13 Uhr bis 14:30 Uhr ein Infostand vor dem Krankenhaus Holweide

am 17.01. von 9:30 Uhr bis 11 Uhr ein Infostand auf dem Holweider Markt


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