Rede von Walter Klüwer auf der Demonstration am 19.03.2026
liebe Anwesende,
wir sind zu Ihnen gekommen, weil der Stadtrat vor fast 3 Jahren beschlossen hat, die Kinderklinik Amsterdamer Straße und das Krankenhaus Holweide zu schließen. Als Hausarzt aus Nippes habe ich mich dem Protest angeschlossen.
Heute liegt der Antrag zur Aufhebung des Schließungsbeschlusses im Kölner Rat vor. Wir wollen den Antrag durch unsere Demonstration unterstützen. Die Schließung der Kinderklinik und des Krankenhauses Holweide schädigt in erheblicher Weise die breite medizinische Versorgung der Kölnerinnen und Kölner. Dazu gibt es Hände voll Argumente und ich möchte nur ein Argument herausnehmen:
Ich zitiere aus der Pressemitteilung der Kliniken der Stadt Köln vom 13.3.2026: „Ein besonderer Schwerpunkt ist das neue Perinatalzentrum Level 1, in dem die Geburtshilfe, Neonatologie und Kinder-Intensivmedizin räumlich vereint werden. Dadurch entfallen risikoreiche Verlegungen von Früh- und Neugeborenen zwischen verschiedenen Standorten.“
Daß risikoreiche Verlegungen entfallen, bezieht sich ausschließlich auf Kinder, die in den Kliniken der Stadt Köln zur Welt kommen.
Tatsächlich sind im Jahr 2022 in den Kliniken der Stadt Köln 1530 Kinder zur Welt gekommen. Insgesamt waren es in den Kölner geburtshilflichen Abteilungen 12.646 Geburten und davon 8594 Geburten, also 68 %, im Linksrheinischen. Für diese Neugeborenen wird im Falle einer Behandlungsnotwendigkeit der Weg zur Kinderklinik erheblich länger und risikoreicher.
So hat ein Gynäkologie-Oberarzt des Heilig Geistkrankenhauses in Longerich mir gegenüber sein großes Bedauern über die geplante Schließung der Kinderklinik mit der Neonatologie geäußert.
Der Stadtrat muss alle Kölnerinnen und Kölner im Blick haben, auch Kinder aus anderen Kliniken, also die Breitenversorgung!
Für den Erhalt und die Sanierung der Kinderklinik Amsterdamer Straße und des Krankenhauses Holweide!
Für kostendeckende Finanzierung unserer Krankenhäuser!
Vielen Dank!
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