Kundgebung am 30. Mai gegen die Schließung des Krankenhauses Holweide und der Kinderklinik Amsterdamer Straße und gegen die Errichtung einer unterirdischen Kriegsklinik in Köln-Merheim
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Interessierte!
Gestern haben wir unsere Kundgebung an einer symbolträchtigen Stelle gemacht. Da, wo die unterirdische Kriegsklinik unter der Wiese auf dem Merheimer Krankenhausgelände errichtet werden soll. Dieses Projekt treibt den Richtungswechsel in der Krankenhauspolitik auf die Spitze: Die politisch gewollte Unterfinanzierung unserer Krankenhäuser, unter der auch die Kölner Kliniken seit Jahren leiden, jetzt noch gekoppelt und verschärft durch die sinnlose und gefährliche Verpulverung von Milliarden für die Kriegsertüchtigung des Gesundheitswesens.
Gestern ist ein breiter Kreis derjenigen zu Wort gekommen, die dagegen kämpfen. Von den Mitstreiterinnen und Mitstreitern unter uns, die selbst noch den Bau des Krankenhauses Holweide erlebt haben, bis zu den Schülerinnen und Schülern vom Schulstreikkomitee, die wissen, dass sie an erster Stelle die Leidtragenden sein werden, wenn die jetzigen Pläne umgesetzt werden. Ich will mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die gestern teilgenommen oder auf andere Weise unsere Aktionen unterstützt haben. Ich will mich auch bei allen denen bedanken, die in den Gewerkschaftsgliederungen, Bündnissen oder auch politischen Organisationen, in denen sie aktiv sind, für die Kundgebung mobilisiert haben.
Die nächste Etappe des „Klinikaufstands“ kommt jetzt. Das haben wir gestern schon bekannt gemacht, die Teilnahme an der bundesweiten Demonstration von ver.di am 10. Juni in Hannover für die Forderung „Warken stoppen!“
Die Abfahrt von Köln ist am 10.06. am frühen Morgen wahrscheinlich schon um 5:30 Uhr. Einige von Euch haben sich gestern schon auf Teilnahmelisten eingetragen. Wer mitfahren will, kann sich gerne noch bei uns melden, z.B. über unser Kontaktformular.
Unsere nächste Versammlung ist dann am 16.06. um 19 Uhr wieder in der Schützenhalle in Holweide, Maria-Himmelfahrt-Straße 10.
Eva Gürster
für den Einladerkreis
P.S.: Hier die Grußadresse des Schulstreikkomitees Köln, die bei der Kundgebung gestern verlesen wurde:
"Liebe Protestierende,
Im Dezember wurde von der Bundesregierung das Wehrdienstmodernisierungsgesetz beschlossen. Ich habe mit vielen Mitschülerinnen und Mitschülern bereits 3 Mal die Schule geschwänzt. Geschwänzt? Ja, weil ein Streikrecht für Schüler*innen gibt es in Deutschland nicht. Aber eigentlich haben wir doch gestreikt: In ganz Deutschland waren an dem Tag mehr als 55.000 Schüler*innen auf der Straße, um der Bundesregierung zu zeigen, was die Jugend will und was sie nicht will. Und wir wollen keine Wehrpflicht und keinen Krieg!
Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Was hat das mit euch zu tun und warum bin ich hier?
Ihr kämpft gegen dieselbe Kahlschlagspolitik unserer Regierung, wie wir es tun.
Denn am Ende des Tages betrifft die Wehrpflicht nicht nur die Jahrgänge ab 2008, sondern die gesamte Gesellschaft. In diesem Jahr sollen allein ca. 93 Milliarden Euro für Verteidigung ausgegeben werden, während für Bildung und Kultur nur ca. 30 Milliarden und für Gesundheit 20 Milliarden eingeplant sind. Das ist zusammen weniger als für Rüstung allein. Und das spüren wir auch in Köln. Zum Beispiel In meiner Schule, die Lise Meitner Gesamtschule in Porz sieht man es auch jeden tag. Mit kaputten Toiletten oder kaputten Fenstern die man nicht ersetzen kann weil anscheinend kein Geld dafür da ist oder der massivste Lehrermangel, wo wir manchmal nur eine stunde am tag haben. So wichtig ist der Deutschen Regierung unsere Bildung.
Jetzt sollen hier das Krankenhaus Holweide als auch die Kinderklinik Amsterdamer Str. geschlossen werden. Angeblich ist kein Geld da. Währenddessen werden Milliarden für Militär und Rüstung ausgegeben.
Als Ersatz soll ein Teil des Krankenhauses Merheim zu einer Kriegsklinik umgebaut werden.
Wir stellen uns als Schulstreikkomitee in Köln gegen den Umbau der Klinik Merheim für den Kriegsfall nach israelischem Vorbild. Wir brauchen eine zivile Infrastruktur mit wohnortnaher Gesundheitsversorgung.
Die Schließung der Krankenhäuser bedeutet mehr Stress für das Personal und eine schlechtere Versorgung der Patienten.
Wir fordern: Geld für Gesundheit statt für Militär!"