Johannes Wagner
Ich habe in Köln-Merheim Anfang der 90er Jahre meine Kardiologie-Ausbildung genossen und habe extrem gerne mit den KollegInnen aus Holweide zusammengearbeitet, das hat super Spaß gemacht, aber nicht weil wir alle in einem Haus waren, sondern weil wir aus unterschiedlichen Gedankenwelten kamen. Und auch das ist sehr wichtig.
Danach bin ich als Oberarzt für den kardiologischen Bereich nach Grevenbroich gegangen.
Dann kam das DRG-System.
Dann fanden auf einmal die Visiten ohne Pflegepersonal statt … Die Kommunikation wurde schlechter, das Pflegepersonal begann, Black-Out zu entwickeln. Die Besetzung auf einer 25-Betten-Station ging von 5 über 4 über 3 so langsam herunter.
Dann gab es die ersten Überlegungen zu Fusionen.
Sie haben zu guter letzt stattgefunden
Jetzt haben wir in Grevenbroich, sage ich jetzt, die Situation, dass die Notfallambulanz geschlossen wurde. Das heißt Menschen aus einer 65.000-Einwohner-Stadt müssen jetzt nach Neuss fahren oder eben in die großen Städte.
Dies ist ein soziales Abhängen von Menschen, die in einer akuten Notsituation sind. Genau das findet überall in der Bundesrepublik statt. Deshalb habe ich mich im Bündnis Klinikrettung aktiv beteiligt, das bundesweit tätig sind und das schlicht und ergreifend fordert, dass das Gesundheitssystem vergesellschaftet wird, denn Gesundheit ist und bleibt keine Ware.
Deshalb stehe ich hier und möchte Ihnen Grüße von diesem Bündnis übermitteln, die schlussendlich besagen, wir müssen gegen diese Fehlentwicklung, gegen die eine Ökonomisierung eines Zustandes, der ja gar keinen Gewinn bringen kann, an einem Strick ziehen
Wie soll eine Erkrankung einen echten Gewinn bringen? Das geht nicht. Dagegen müssen wir ankämpfen, alle gemeinsam.
Und hier wünsche ich uns allen, dass die Kliniken erhalten bleiben.