Beitrag von Susanne Quast (ver.di Betriebsrätin, Gemeinwohlorientiertes Gesundheitswesen NRW)
„Unter dem Deckmantel einer maximal versorgenden Riesenklinik, einem Zentrum, was alles kann, wird die Grundversorgung der Menschen vor Ort gestrichen. Und die Grundversorgung ist das, was wir brauchen.
Die Spezialversorgung ist wichtig und richtig. Die kann man aber im Nachgang nutzen. Die brauche ich nicht im ersten Moment. Ich muss erstmal sicherstellen, dass dieser Mensch stabil von A nach B kommt. Und dafür brauche ich eine dezentrale und eine Vor-Ort-Versorgung, die jedem Menschen zuwendig ist. Ich bin ein klassisches Beispiel.
Ich habe vor 25 Jahren eine Tochter bekommen in der 27. Woche. Ich habe Blutungen bekommen, ich bin schnellstmöglich ins Krankenhaus gekommen und das nächstmöglich erreichbare Krankenhaus war Hohlweide. Da ist meine Tochter zur Welt gekommen.
Sie war keine 1000 Gramm schwer und ist nach drei Wochen verlegt worden in die Amsterdamer Straße. Vier Monate später habe ich sie nach Hause bekommen und sie macht jetzt ihr zweites Staatsexamen in der Medizin.
Hätte ich diese beiden Häuser nicht gehabt, hätte ich heute keine Tochter. Und ich glaube, das ist ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass man Menschen schnell und sicher versorgen kann. Es geht nicht um Ruhm, es geht nicht um Größe, es geht darum, dass wir nah an den Menschen bleiben. Und das geht nur dezentral. Vielen Dank.“
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